Warum du das Körperlich schaffst:

Pilgern ist für alle möglich. Du gehst deinen eigenen Weg, legst Pausen dort ein, wo es für dich passt, und bestimmst selbst, wie weit du an einem Tag gehen möchtest. Ein gesunder und fitter Körper kann hilfreich sein, ist aber nicht nötig. Wichtiger ist, dass du dich gut vorbereitest und deine eigenen Kräfte realistisch einschätzt. Dann kannst du dich unbeschwert auf den Weg machen und deine Pilgerreise geniessen. 

Warum du das mental schaffst:

Du kannst versuchen, dich im Vorfeld vor deiner Reise mental vorzubereiten, aber oft kommt alles anders als man denkt:
Pilgern heisst nicht nur, viele Kilometer zu laufen, sondern auch ein Stück weit zu dir selbst zu finden. Dafür brauchst du vor allem die Bereitschaft, den Alltag mal hinter dir zu lassen und dich auf Neues einzulassen. Auf dem Weg triffst du nicht nur auf Landschaften und Menschen, sondern auch auf deine eigenen Gedanken und Gefühle. Es gibt Tage, da läuft alles wie von selbst und andere Tage, an denen jeder Schritt schwerfällt und der Weg endlos wirkt. Beim Pilgern gehört es dazu, dass Dinge anders laufen als geplant, sei es durch Langeweile, eine zufällige Begegnung oder einen Umweg,… 
Wenn du dich darauf einlässt, sammelst du Erlebnisse, die dir lange in Erinnerung bleiben. Du merkst, wie wertvoll die kleinen Dinge sind: ein Gespräch unterwegs, die Natur um dich herum oder einfach das Gefühl, draussen zu sein. Am Ende zeigt dir das Pilgern, dass der Weg nicht nur zu einem Ort führt, sondern auch zu dir selbst. 
Auch mir ist es so ergangen. Wer mich damals mit Knöchelschmerzen im Spital gesehen hätte, hätte wohl einen enttäuschten jungen Pilger vor sich gehabt. Doch nur zwei Tage später war ich bereits wieder zufrieden und die Schmerzen waren deutlich geringer. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch bei vielen anderen Pilgerinnen und Pilgern beobachtet. Mentale Stärke spielt dabei eine grosse Rolle und es lohnt sich für dich, wenn du in schwierigen Situationen weiterkämpfst. Dein Kopf muss mitmachen und du musst dich motivieren. Wenn es aber wirklich nicht mehr weitergeht, dann ist es ebenfalls ein Zeichen der Stärke, wenn du abbrichst. Du kannst dich immer wieder dazu entscheiden, dort weiterzumachen, wo du aufgehört hast. Pilgern kann wirklich ein wahres Wechselbad der Gefühle sein.