Pilgern in der Schweiz
Die offizielle Pilgerroute der Schweiz verläuft von Rorschach bis Genf. Somit durchquert der Weg das gesamte Land und die Pilgerinnen und Pilger kommen an zahlreichen Pilger- und Wallfahrtsorten vorbei. Mit dem Kloster Einsiedeln und der Ortschaft Flüeli-Ranft kommen die Pilgernden auch an wichtigen Orten vorbei, die in der Schweiz in der Geschichte eine bedeutende Rolle spielten. Beispielsweise hat das Kloster Einsiedeln sehr viel Einfluss auf die Kirche und ist bis heute grösster Landbesitzer der Schweiz.
Bruder Klaus lebte in Flüeli-Ranft und gilt laut Erzählungen als Ratgeber und Friedensstifter, um den Zusammenhalt der Eidgenossen zu sichern.
Die Pilgerwege der Schweiz sind in kurzen Abschnitten und sichtbar ausgeschildert, was die Orientierung erleichtert. Auf den üblichen gelben Wanderschildern der Schweiz findet man eine weisse Vier in einem blauen Quadrat, welche den Weg weist. Die schweizerischen Pilgerrouten sind nicht so stark besucht wie der weltbekannte Camino Frances, der sich durch Frankreich und Spanien zieht. Da die Wege nicht so häufig bewandert sind, haben die Pilgernden mehr Ruhe und Raum für sich. Die Schweiz liegt zudem in der Mitte Europas und eignet sich daher gut, um auf einen Pilgerweg einzusteigen oder als Durchreiseland.
Die Schweizer Wege überzeugen durch eine landschaftliche Vielfalt. Nebenbei gilt die Schweiz als eines der sichersten Länder Europas und die Herbergen und Unterkünfte sind sauber und zu Fuss gut erreichbar. In den Pilgerherbergen können die Pilgernden sich einen Schlafplatz im Voraus reservieren, was in anderen Ländern Europas nicht möglich ist. Hinzukommt, dass man als Schweizerin oder Schweizer seine Pilgerreise vor der eigenen Haustüre beginnen kann. Ausserdem kann man in sich in weiten Teilen des Landes mit Deutsch verständigen.
Da die Schweiz sehr dicht besiedelt ist, kommt man auch durchgehend an Dörfern oder Städten vorbei, in welchen man seine Vorräte auffüllen oder man Übernachtungsmöglichkeiten finden kann. Ein Nachteil des Pilgerns in der Schweiz ist, dass die Schweiz sehr teuer ist und eine Pilgerreise schnell kostenintensiv wird. Mit dem Vorausbuchen kann aber viel Geld gespart werden. Ein Nachteil am Vorausbuchen ist, dass man sich an einen Plan halten muss. Verletzt man sich beispielsweise und muss ein paar Tage pausieren, so fällt die ganze Planung ins Wasser. Es ist aber möglich, auch ohne Vorausbuchung zu pilgern. Dann muss man einfach damit rechnen, dass man manchmal eine Ortschaft weiter gehen muss, bis man eine geeignete Unterkunft findet. Um weiter Geld zu sparen, ist es üblich, dass die Flaschen an öffentlich Brunnen aufgefüllt werden können. Fragt man beim Morgenessen nett nach, dürfen Pilgernde auch oft etwas auf den Weg mitnehmen, damit kein Mittagessen extra eingekauft werden muss. Trotz der höheren Kosten bietet das Pilgern in der Schweiz eine Kombination aus Sicherheit, landschaftlicher Schönheit und guter Infrastruktur. Dass sind ideale Voraussetzungen für eine unvergessliche Pilgerreise.